Nicht weit von meiner Uni befindet sich der "Seoul National Cemetery / 국립서울현충원". Die Gegend um die gleichnamige Bahnstation ist relativ tot, hauptsächlich stark befahrene Straßen. In einiger Entfernung schließen sich dann Wohnviertel an.
Der Friedhof selbst gehört zur Gattung der Militärfriedhöfe. In seiner Erde befinden sich die Überreste von ca. 165.000 Soldaten und als solche bezeichnete Märtyer und Patrioten. Höchstwahrscheinlich handelt es sich hier wohl um Menschen, die im Koreakrieg in der Mitte des 20. Jahrhunderts im Konflikt mit dem Norden des Landes umgekommen sind. Ironischerweise erinnerten mich die Denkmäler aber leicht an Gedenkstätten sozialistischer Bauart. Das könnte aber mit meiner Unerfahrenheit mit der hiesigen Monumentenkultur zusammenhängen.
Skulptur mit kampfbereitem Krieger. Eventuell ein amerikanischer G.I.?
Der Friedhof selbst ist ziemlich groß. Komplett habe ich ihn deshalb nicht durchlaufen. Interessant sind die Dekorationen der Gräber. Jedes Grabmal wird ausnahmslos von einer weißen oder einer lila Blume in einer Vase dekoriert. Meine Verwunderung über die logistische Herausforderung, 165.000 Gräber konstant mit frischen Blumen zu versorgen legte sich allerdings bald. Denn bei näherer Untersuchung stellten sich die Gewächse als Plastikblumen heraus.
Ab und zu stellt jemand auch echte Blumen dazu.
Dem Betrachter wird wahrscheinlich aufgefallen sein, dass die Gedenkkultur im Bezug zum Militär hier eine andere als in Deutschland ist. Formal befinden sich Nordkorea und Südkorea noch immer im Kriegszustand.
Gedenktafel mit Soldatennamen im Inneren des zentralen Gedenkmonuments.
In der Nähe des Friedhofs gibt es, wie bereits erwähnt, nicht besonders viel zu sehen. Fotografieren kann man natürlich immer irgendwas.
Jeder Spaziergang endet irgendwann wieder daheim. Sonst wäre es eine Wanderung. Ach, wie schlau.
Bis zum nächsten mal!
Worte und Bilder / Text and Images
