Ein Marathon bewegt sich durch die Stadt. Schwitzende Menschen rennen am heißesten aller Frühlingstage über 40 Kilometer weit. Das Leid ist in ihre Gesichter gezeichnet. Schwämme, Pappbecher und leere Plastikflaschen türmen sich am Straßenrand auf. Leute Klatschen den Läufern zu. Musik dröhnt aus Lautsprechern. Männer trinken mehr Biere als der Marathon Kilometer hat. Vorzugsweise auf Klappstühlen neben der Rennstrecke sitzend. Ein Rundfunkhelikopter überwacht das strebsame Treiben aus dem Himmel. Das Land soll wissen wer hier rennt. Wer als erstes ins Ziel kommt. Ein Marathonteilnehmer wird im Krankenwagen abtransportiert.
Keine Reaktion in den Gesichtern der Läufer. Nur schweißfeuchte Grimassen.
Eine Brücke. Sehr nützlich. Man kann auf ihr Schluchten und Flüsse überqueren. Ein Einfaches Prinzip: Eine Holzplanke über den Wassergraben gelegt und fertig. Bei Gewässern in der Größenordnung "enormer Fluss" reicht eine Planke nicht mehr aus. Architekten und Ingenieure werden engagiert. Irgendetwas aus Stein und Stahl muss her. Ausreichend groß. Nicht zu teuer. Nicht zu teuer veranschlagen. Teuer wird es eh. Eine riesige Steinplanke mit Rampen auf beiden Seiten? Nicht so schön. Die Brücke soll etwas hermachen. Aufmerksamkeit erregen. Sie soll hübsch und trotzdem nützlich sein. Irgendwann ist das Bauwerk fertig. Fußgänger laufen auf ihm über den Fluss: "Ekelhafte Brücke. Warum wohne ich nicht auf der anderen Seite vom Fluss?"
Worte und Bilder / Text and Images
